Was ist Wasserball?

Erfolg im Team mit Wasserball

Wer Leistungsschwimmen und Mannschaftssport verbinden will, trifft mit Wasserball die richtige Wahl. Action und Spass am Ballspiel im Wasser sind garantiert. Bewegung, gewinnen, lachen, schwimmen, Tore treffen, Teamfähigkeit, Fairness, Wettkampf und Erfolg - das auf einen Nenner gebracht heisst Wasserball. Voraussetzung für das Wasserballspiel im tiefen Wasser sind gezieltes Balltraining und entsprechende Schwimmtechnik: Brust- Rückenkraul, Wurftechnik und Wassertreten.

Spass und Training im Verein

Interessierte Jugendliche sind in der Wasserballabteilung des TV Memmingen willkommen, unter fachkundiger Leitung beim Wasserball zu schnuppern. Wer sich für diese attraktive Sportart entscheidet, findet eine ähnliche Organisation wie bei anderen populären Ballsportarten. Ausgetragen werden Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene.

Die Geschichte des Wasserballsports

Die Wiege des Wasserballsports steht in England. Das erste Wasserballspiel wurde nach mehreren erfolglosen Versuchen im Jahre 1876 als Lückenbüßer bei einer Schwimmveranstaltung in Bornemouth ausgetragen. Die Mannschaften bestanden schon damals aus einem Torwart und sechs Feldspielern. Die Länge des Spielfeldes betrug fast 50 Meter; gespielt wurde mit einem leichten Gummiball. Als Tore verwendete man zwei am Spielfeldende aufgestellte Boote, von denen aus bei Spielbeginn die Feldspieler starten mußten; der Torwart blieb im Boot sitzen. Jeder Wurf in eines der beiden Tore galt als Tor; das Spiel mußte aber bald beendet werden, da der Ball platzte.

Aus diesem Spiel entwickelte sich der eigentliche Wasserballsport und im Jahre 1885 wurden die ersten Regeln aufgestellt. Als Tore dienten nach wie vor Boote oder Flöße, die vom Torwart im wahrsten Sinne des Wortes verteidigt wurden. Nur der ballführende Gegner durfte angefasst werden. Dann jedoch konnte er solange unter Wasser gedrückt werden, bis er den Ball freigab. Das Spielfeld hatte jetzt eine Größe von 17,8 x 8 m; das Wasser mußte mindestens 90 cm tief sein. Wurde ein Spiel durch einen Freiwurf unterbrochen, durften sich die Spieler nicht bewegen, bis der Freiwurf ausgeführt war. Diese Regel wurde übrigens erst im Jahre 1950 aufgehoben.

Bei den olympischen Spielen im Jahre 1904 in St. Louis stand Wasserball erstmals auf dem Programm; allerdings konnten die Europäer wegen der hohen Kosten nicht teilnehmen, sodaß nur zwei amerikanische Vereinsmannschaften gegeneinander spielten. New York schlug Missouri mit 6:0. Bei den Spielen 1908 in London wurde dann das erste olympische Turnier ausgetragen. Die Goldmedaille holte sich England vor Belgien und Holland. Bei den Spielen in Amsterdam (1928) sorgte die deutsche Mannschaft mit dem 5:2-Sieg nach Verlängerung gegen Ungarn, die zu dieser Zeit als beste Mannschaft der Welt angesehen wurden, für die größte Überraschung. Gerade die Ungarn haben dem Wasserball-Sport über Jahrzehnte seinen Stempel aufgedrückt. Zwischen 1928 und 1980 konnten die Magyaren immer eine Medaille gewinnen. Auffällig ist die Tatsache, daß nur die USA als einzig nicht-europäisches Team Medaillen bei Olympia erreichen konnte. Der mit den meisten Medaillen dekorierte Wasserballer aller Zeiten ist der Ungar Deszo Gyarmati, der nicht weniger als vier Gold - und eine Silbermedaille in den fünf Olympischen Spielen, an denen er teilnahm, überreicht bekam. In den letzten 20 Jahren konnten die USA zwei Silbermedaillen holen (1984 und 1988) und haben als Gastgeber bei den Jahrhundertspielen in Atlanta versucht, die dramatische Halbfinalniederlage gegen Spanien 1992 in Barcelona wieder wettzumachen. Leider ist ihnen das nicht gelungen und es sprang vor heimischer Kulisse nur ein Platz im Mittelfeld heraus.

Heute präsentiert sich Wasserball, und das behaupten nicht nur aktive Spieler, als "härteste Mannschaftssportart der Welt". In vier mal sieben Minuten wird den Spielern alles abverlangt: körperliche Robustheit, katzenhafte Gewandtheit, taktische Disziplin, technische Perfektion und vor allem viel Kondition. Im Kraulzug durchqueren sie immer wieder das Spielfeld und viel Kraft verlangen auch die Zweikämpfe. Regelmäßige Verschnaufpausen wie im Eishockey sind nicht vorgesehen. Acht bis neun Liter Lungenvolumen geben einem gut durchtrainierten Athleten Luft für ein Spiel. Zum Vergleich, der "normale" Mensch bringt es auf vier bis fünf Liter Lungenvolumen. Im Kampf Mann gegen Mann sind die Akteure durchaus nicht zimperlich; die Kratzspuren auf den Körpern der Spieler geben beredtes Zeugnis dafür. Und mit den Eishockey-Cracks und Football-Athleten können es die Akteure im Wasser an Härte durchaus aufnehmen. Allerdings benötigen sie keine Ausrüstung, um als stattliche Kerle dazustehen; eine zweite Badehose und eine Kappe mit Plastikmuscheln, die verhindern soll, daß bei einem Schlag aufs Ohr das Trommelfell platzt, mehr Schutz gehört nicht zur Ausstattung. Da muß man schon einiges einstecken können, um sich im Wasser behaupten zu können; denn da, und vor allem unter Wasser wird zuweilen mächtig hingelangt. Und der Schiedsrichter muß höllisch aufpassen, um die Sünder zu ertappen. Oftmals mehr ahnend als wissend trifft er seine einsamen Entscheidungen. Von der Spielweise her ist Wasserball dem Handball verwandt. In jüngster Zeit setzt sich immer mehr eine Raumdeckung durch, in der sich die Spieler im Halbkreis um ihr Tor stellen und die gegnerischen Angreifer abzublocken versuchen. Im Gegensatz dazu steht die Press-Deckung, also das reine Spiel Mann gegen Mann. Der Unterschied zum Handball besteht allerdings in der Position des Centerspielers, der als Anspielstation vor dem Torwart um Hinausstellungen oder Tormöglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes ringt.